Neuausrichtung BG Klinikum Hamburg Boberg
Das BG Klinikum Hamburg Boberg, größtes Reha-Klinikum Deutschlands, liegt in einer sensiblen Übergangszone zwischen städtischem Raum und landschaftlich wie naturschutzfachlich wertvollem Umfeld. Die bestehende, über Jahrzehnte gewachsene Struktur erfüllt funktional, konstruktiv und energetisch nicht mehr die Anforderungen eines zukunftsfähigen Akut- und Rehabilitationsklinikums mit 850 Betten. Defizite in Barrierefreiheit, Erschließung, Technik, Logistik und Flexibilität schließen einen Umbau im laufenden Betrieb aus.
Die Machbarkeitsstudie identifiziert einen Ersatzneubau am Standort als einzige tragfähige Lösung. Sie untersucht zwei Varianten hinsichtlich Baufeld, Organisationsmodell und Gebäudestruktur unter Berücksichtigung von Baurecht, Verkehr, Landschaftsschutz, Luftrettung und Betriebsorganisation. Ziel ist die Bündelung klinischer, pflegerischer und rehabilitativer Funktionen in einer klar strukturierten, an-passungsfähigen Gebäudeorganisation mit kurzen Wegen, enger funktionaler Nähe und flexibler Erschließung.
Der Neubau folgt der oberen Hangkante der Boberger Terrassen und vermittelt den Übergang von Stadt- zu Landschaftsraum. Zentrale Prinzipien beider Varianten sind ein zweigeschossiger Funktionssockel, Bettenhäuser in H- oder Dreispänner-Struktur sowie horizontale Magistralen, die Licht und Ausblicke ermöglichen.
Variante 1 besteht aus einem sechsgeschossigen Baukörper mit drei H-förmigen Bettenhäusern, die über Brücken verbunden sind und Flexibilität innerhalb der Pflegeeinheiten sichern. Variante 2 entwickelt eine achtgeschossige Struktur mit vier Dreispännern, die die räumliche Eigenständigkeit von Therapie- und Reha-Bereichen stärkt und eine klare Trennung der Funktionsbereiche erlaubt.
Beide Varianten berücksichtigen die städtebauliche Lage: Öffnung der Flure und Patientenzimmer nach Süden, Orientierung zu Landschaftsschutzgebieten, Integration von Lärmschutz und Versorgung, sowie ein Dach-Luftrettungszentrum mit direkter Anbindung an Zentrale Notaufnahme und OP.
Die Entwürfe schaffen ein langfristig flexibles, funktional effizientes und identitätsstiftendes Klinikum, das die Synergie von akuter medizinischer Versorgung, Rehabilitation und Forschung unterstützt. Variante 1 betont horizontale Struktur und lineare Magistrale, Variante 2 bietet größere Gebäudetiefe, erweiterte Flexibilität und stärkere städtebauliche Präsenz.
Adresse
Bergedorfer Str. 10, 21033 Hamburg
Auftraggeber
Berufsgenossenschaftliches Klinikum Hamburg Boberg
Team
Copyright
huber staudt architekten bda