Zukunftszentrum Halle

Neubau des Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation in Halle an der Saale

In der Form eines Amphitheaters fügt sich der Riebeckplatz als Scharnier zwischen dem Bahnhof und der Innenstadt von Halle in die Topografie des Riebeckparks ein. Der Platz mit einer „Speakers Corner“ bildet die städtische Bühne und das Auditorium für freie Meinungsäußerungen und Diskussionen im öffentlichen Raum. Er eröffnet einen direkten Blick auf den Hochpunkt des Zukunftszentrums und die hier weithin sichtbar angebrachte LED-Anzeige mit Informationen zu den gerade innerhalb des Gebäudes stattfindenden Veranstaltungen und Ausstellungen. Gebäude und Forum treten an dieser Stelle in einen unmittelbaren Dialog ein. Der Riebeckpark und das in fünf einzelnen Kuben organisierte Programm des Zukunftzentrums beziehen sich räumlich und inhaltlich aufeinander und bilden so eine funktionale Einheit. Der Bau ist als Stahlbetonskelett mit Holz-Beton-Hybriddecken und einer feingliedrigen Holzfassade aus unbehandeltem Nadelholz konzipiert.

Der neue Riebeckpark mit dem Riebeckplatz im Zentrum ist ein großzügiger zusammenhängender Freiraum, der in der Form einer großen Schnalle die Altstadt, die nördliche und südliche Innenstadt von Halle, das Bahnareal und den westlich der Saale gelegenen Stadtteil Halle-Neustadt zusammenfasst. Horizontale in Ost-West-Richtung verlaufende Bänder gliedern den großstädtischen Riebeckpark in Streifen, die mit unterschiedlichen Funktionen und Nutzungen bespielt werden. Die Magdeburger Straße im Westen und die Volkmannstraße im Osten bilden bewusst nicht die Ränder des Freiraumes, sondern verlaufen quer zu den grünen Bändern, werden so Teil des Parks und ermöglichen spannende Blicke in den Garten. Den räumlichen Mittelpunkt des urbanen Freiraums bildet der Riebeckplatz, der - zum Amphitheater umgestaltet - das äußere, städtische Forum des neuen Zukunftszentrums bildet. Die Anbindung der unteren Stadtebene (-1 Ebene) über großzügige Treppenanlagen und barrierefrei über einen Aufzug ermöglicht den Verzicht auf das Relikt der Autobahn- bzw. Fußgängerbrücke über den Platz in der +1 Ebene. Hier werden Ressourcen frei, die an anderer Stelle nachhaltig eingesetzt werden können. So erscheint eine Fußgängerbrücke über den tiefer liegenden Teil der Magdeburger Straße mit der hier verlaufenden Tramlinie zielführend, um den Riebeckpark an die Altstadt von Halle anzubinden.

Die in den Park eingebettete Vertiefung des Platzes und die ringförmige fußläufige Erschließung auf der Innenseite des Kreisverkehrs ermöglichen neue unerwartete Blickbeziehungen zwischen den unterschiedlichen Ebenen der Stadt und bringen viel Licht in die untere Ebene. Der Platz ist jetzt in eine natürliche Topografie eingebettet und die städtebauliche Gestaltung hilft dabei, Angsträume zu vermeiden. Die Gleichzeitigkeit von Fahrrad- und Fußgänger- mit Kfz-Verkehr führt zu einer deutlichen Verlangsamung des Straßenverkehrs am Riebeckplatz und so zu einer besonderen, urbanen Atmosphäre in einem transitorischen Stadtraum. So gelingt die gewünschte Transformation von Verkehrsflächen zu Grünflächen in einer urbanen Parklandschaft.

Adresse

Riebeckplatz, 06124 Halle an der Saale

Auftraggeber

Bundesamt für Raumordnung und Bauwesen, Bonn

Team

Anastasiia LytvyniukChristian HuberClara Biosca RomanillosDavid Rodrigo SilgadoJoachim StaudtJosé Carlos Castro BarrosOzan EnginsalVladislav Sirotin