Piemontesisches Bauernhaus

Bauernhaus auf der Colma die Cesara, Verbania im Piemont Italien

Der Ortasee liegt westlich vom Lago Maggiore in der Region Piemont im Norden Italiens. Anders als sein großer Bruder ist der Ortasee weniger vom Tourismus geprägt. Vielmehr gibt es in den kleinen Dörfern, wie auch in Cesara mit dem Ortsteil Colma auf der Westseite des Sees, kleine metallverarbeitende Betriebe. Die in den 30-iger Jahren forcierte Industrialisierung der Region, führte zum Verschwinden der Landwirtschaft und in der Folge zu einem kontinuierlichen Schrumpfungsprozess der Ortschaften mit leerstehenden Häusern.
Auch der Ortsteil Colma, auf einer Anhöhe zwischen dem Hauptort Cesara und dem Ortasee gelegen, war hiervon betroffen. Seit den 50-er Jahren des 20. Jahrhunderts gibt es hier eine Entwicklung in eine andere Richtung: Familien aus der Großstadt Mailand, der nahen Schweiz, Frankreich und Deutschland entdecken die Häuser, die in die malerischen Ortschaften und in die piemontesische Landschaft integriert sind, für sich und nutzen sie als Ferienhäuser.
Das Piemontesische Bauernhaus, die Casa Maria, bildet den nördlichen Abschluss der Colma. Unmittelbar dahinter beginnt ein weitläufiges Waldgebiet. Das Gebäude orientiert sich nach Westen in Richtung Cesara und zu den angrenzenden Bergen. Es liegt eingebettet in eine Hangsituation mit angrenzenden, auf unterschiedlichen Höhenlagen angeordneten Terrassen, die ursprünglich für eine kleinteilige Landwirtschaft genutzt wurden. Die Casa Maria wurde Mitte des 18. Jahrhunderts als Bauernhaus erbaut. Sie besteht aus zwei 2 ½-geschossigen verputzten Gebäudeteilen und einer Scheune aus Trockenmauerwerk mit sichtigem Naturstein. Das L-förmige Hauptgebäude begrenzt einen kleinen Innenhof. Typisch für die piemontesische Bauweise und die Casa Maria ist die vollständig nach außen orientierte Erschließung über eine offene Treppe und Laubengänge. Somit kommen die Bewohner in jeden Innenraum über den Außenraum. Das große Wohnzimmer im Erdgeschoss öffnet sich zum angrenzenden Innenhof und bezieht diesen über große Rundbogenfenster in den Innenraum ein. Auch die Küche im Hochparterre öffnet sich ebenerdig zu einer großzügigen Terrasse. Hier treffen sich die Bewohner im Sommer an einem großen Tisch aus Granit unter einer schattenspendenden Pergola.

Das zentrale Thema der aktuellen Sanierung ist die an historischen Vorbildern in der Ortschaft Colma und der näheren Umgebung orientierte detailgenaue Restaurierung. Die Villa Panza in Varese am südlichen Ende des Lago Maggiore diente als Vorbild für die Farbgestaltung. Die exakte Bestimmung der unterschiedlichen Farben erfolgte mit einem Farbatlas von NCS Farbtönen vor Ort in Varese. Die neue Farbgebung musste zudem exakte Vorgaben für die Region um den Ortasee erfüllen. Das Farbkonzept diente vor allem dem Zweck, das alte Gebäude mit dem besonderen Ort zu verbinden.
Zum Außenraum hin ergänzen und rahmen die gewählten Farben die natürlichen Materialien des Gebäudes, den Naturstein und das regional typische dunkle Kastanienholz. Nach innen stärken die pastellfarbenen Wand- und Deckenfarben und viele Details die atmosphärische Wirkung der Innenräume.

Publikationen

03/2025:

Architektur Berlin, Braun Verlag

Preise und Auszeichnungen

03/2025: Teilnahme Ausstellung DA! Architektenkammer Berlin

Adresse

Cesara, Verbania Italia

Auftraggeber

Fam. Borgmann-Staudt

Team

Anastasiia LytvyniukAnja Borgmann-StaudtAnton StaudtClara Biosca RomanillosJoachim StaudtSimon Michael