Innenraumgestaltung der Parochialkirche

Der zentrale Kirchenraum der Parochialkirche wird zukünftig zur Feier von Gottesdiensten, zu vielfältigen kulturellen Nutzungen der Kirchengemeinde und als Schaudepot mit Werkstatt genutzt. Der vorhandene Kirchenraum mit seiner einmaligen Atmosphäre bleibt dabei als Zeitzeuge weitgehend erhalten. Die Räume im Turmbau der Kirche mit der barocken Vorhalle und der Winterkirche erhalten eine museale Nutzung. Hier können Teile der Kirchenkunst einem Publikum unter optimierten klimatischen Bedingungen gezeigt werden.
Die Eingangshalle der Parochialkirche soll denkmalgerecht restauriert werden. Der Kontrast zwischen dem barocken Raumeindruck dieses ersten Raums beim Betreten der Kirche und dem zentralen Kirchenraum als „verletzten Raum“ wird bewusst herausgearbeitet. Die Eingangshalle bildet auch den Auftakt für den zukünftig museal zu nutzenden Teil der Parochialkirche mit einem kleinen Tresen. Von hier aus erschließt die historische hölzerne Wendeltreppe die Obergeschosse des Turms.
Zwei große helle Schränke stehen einander gegenüber, markieren den zentralen Raum der Kirche und orientieren die Blicke der Betrachter in der Hauptachse des Kirchenschiffs auf die Ostkonche mit Altar und historischem Kreuz. Der Schrank in der Südkonche beinhaltet das Schaudepot mit einer motorisch gesteuerten Gemäldeverschiebanlage. In zwei Ebenen angebrachte, seitlich ausfahrbare Gitterroste zur Befestigung der Gemälde bieten viel Platz zur Lagerung und zum kurzeitigen Vorzeigen der Kirchenkunst. Die Gemäldeträger in der oberen Ebene können motorisch nach unten gefahren werden. Somit sind auch die im oberen Teil des Schranks untergebrachten Exponate gut erreichbar. Große Flügeltüren öffnen den Blick auf Schauvitrinen an der Vorder-, bzw. Rückseite des Schranks. Hier können einzelne Exponate der Kirchenkunst einem interessierten Publikum gezeigt werden. Die Rückseite des äußeren Trägerrostes bildet eine Glasscheibe, die alternativ opak oder auch durchsichtig geschaltet werden kann. Präsentiert werden Gemälde vor einer opaken Glasscheibe. Die durchsichtige Glasscheibe gewährt bei geöffneten Flügeltüren Einblicke in das Schaudepot. Der Blick durch die transparent gehängte Kunst auf die hellen Fenster vermittelt einen besonders spannenden Raumeindruck. Der Depotschrank ruht auf einem Sockel aus Werkstein.
Die vorgegebene Renaissanceorgel bildet den Maßstab für beide Schränke. Sie ist selbst in den Schrank der Nordkonche integriert. Der geforderte Sockel für den Sitzplatz des Organisten ist, wie beim Depotschrank aus Werkstein gefertigt. Große Flügeltüren schützen die Orgel, wenn sie gerade nicht bespielt wird. Die Rückseite des „Orgelschranks“ bildet, wie bereits beim Schrank in der Südkonche, eine Schauvitrine zur Ausstellung der Kirchenkunst. In die Schauvitrinen integriert ist eine künstliche Beleuchtung der Gemälde.
Auf den vom zentralen Kirchenraum abgewandten Seiten der Schränke können die gewünschten, meist temporären Arbeitsplätze für die Restauratoren eingeordnet werden. Eine dauerhaft eingerichtete Werkstatt befindet sich im 2. OG des Turms, also unmittelbar über der Winterkirche
Einfache Sitzbänke sind variabel aufstellbar. So kann die Nutzung der Parochialkirche zukünftig neben der Feier des Gottesdienstes um vielfältige kulturelle Veranstaltungen der Kirchengemeinde ergänzt werden. Eine große ringförmige Leuchte belichtet den zentralen Bereich. Ein wesentliches Ziel unseres Entwurfs ist es, mit diesen wenigen Interventionen den zentralen Kirchenraum der Parochialkirche mit seiner einmaligen Raumwirkung zu erhalten.

Publikationen

12/2015:

BauNetz Meldung

Adresse

Klosterstraße 67, 10179 Berlin

Auftraggeber

Evangelische Kirchengemeinde St. Petri – St. Marien

Team

Christian HuberJoachim StaudtSohta Mori